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BLICKWINKEL

Der Medienkünstler Daniel T. Braun, 1975 in Pforzheim geboren, studierte zunächst medizinische Informatik an der FH Heilbronn und später Medienkunst an der HfG Karlsruhe. Seit 2004 arbeitet er als freischaffender Künstler und unterrichtet Fotografie, Video- und Performancekunst in Stuttgart und Heidelberg. In seinen Arbeiten nutzt Daniel Braun das Medium der Fotografie auf unterschiedlichste Art und Weise. Ob performativ, bildhauerisch, malerisch oder konzeptuell – es geht um Licht. 

2012 entdeckte der Künstler eine spezielle Aufnahmepraxis für sich: die Kombination der iPhone-Kamera mit einem „Hobby-Mikro-Teleskop“. Trotz der teilweise lapidar und amateurhaft erscheinenden Aufnahmepraxis mit ungleichen Geräten erfordert diese Arbeitsweise eine gekonnte Einschätzung und Handhabung der Unzulänglichkeiten. So geht es neben der Motivwahl um feinste Platzierungen des Bildausschnitts und die „richtige Adaption“ der Optik zum Gerät, um dem gewählten Ausschnitt eines Ganzen zu einer plastisch-räumlichen Wirkung wie der einer Kugel, eines „Planeten“, zu verhelfen. Im Gegensatz zu einem passenden bzw. angebauten Objektiv folgt das improvisierte System eigenen Gesetzmäßigkeiten mit experimentellen gestalterischen Möglichkeiten. Die Spannung liegt für Daniel T. Braun darin begründet, dass es ohne digitale Bildbearbeitung integral um „analoge Gestaltung von Licht“ geht – um das Ausloten der medialen Möglichkeiten des Bilds. Mit der eigenartigen Qualität des Fotohandys in Kombination mit einem Billigteleskop und geschickt gewählten Bildausschnitten wird der Bildinhalt auf fantastische Weise transformiert und neu entdeckt. 

Louvre2

Bei den Arbeiten „Eifelturm“ und „Mona Lisa“ hielt der Künstler –  wie die ihn umgebenden Touristen – mit seiner Technik auf die Sehenswürdigkeit. Anstatt aber wie alle anderen „nur“ ein exaktes Abbild festzuhalten, kreierte er ein erweitertes Kunstwerk des Kunstwerks.

Die seit 2012 offen angelegte Serie umfasst mittlerweile über 1000 Planeten, deren fotografische Herausforderung mitunter die Vielfalt der Entdeckungen bezeugt. Jeder Einzelne entfaltet, als Unikat in der Größe von 30 × 24 cm zu Papier gebracht, seine eigene Aura, die sich über das Rätsel seiner doch irdischen Entstehung nähert.  

Daniel T. Brauns jüngstes Vorhaben zielt darauf ab, nicht mehr „einzelnen“ Planeten zu abstrakten Bildwirkungen zu verhelfen. In größeren, zusammengehörigen Serien kombiniert er stattdessen gezielt Planetengruppen zu einem Thema und einem System.

Diese neue Studie beschäftigt sich mit der „Abbildung“ der Stadt Heidelberg. Dabei sind die 48 Aufnahmen nicht unbedingt fest im vorgeschlagenen Raster zu hängen. Sie können vielmehr frei kombiniert in immer neue Zusammenhänge gestellt werden. Die Wahrnehmung des Stadtbilds trifft hier auf den Organismus der Imagination: Im Gegensatz zu den gewohnten Bildern von massenhaften sich wiederholenden Reproduktionen von populären Orten wie in Heidelberg, soll ein „visuelles Geheimnis“ in eine Expedition des Sehens münden. 

Hd Cityscapes

In einer Auflage von 250 Stück ist eine Box der Edition „HD No.1 – No.48“_Cityverses im Format 30 × 20 cm in Vorbereitung. Mehr Informationen gibt es auf der Website des Künstlers.

Daniel T. Braun

www.daniel-t-braun.com
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